Patrick
May 09,2022
5 min lesen

Die Wirkung der Infrarotkabine auf die Psyche

Die Infrarotsauna kann sich positiv auf die geistige Gesundheit auswirken, indem sie Stress reduziert und sogar für besseren Schlaf sorgt.

Die meisten Menschen schaffen sich eine Infrarotkabine an, um ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Was nicht jeder weiß: Die regelmäßige Nutzung einer Infrarotkabine hat auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Psyche.

Es gibt jede Menge Studien dazu, wie sich regelmäßige Gänge in die Infrarotsauna auf unsere Stimmung auswirken. Die Ergebnisse sind teilweise regelrecht beeindruckend.

Kann sich Infrarot überhaupt auf die mentale Gesundheit auswirken?

In der Infrarotkabine kommt Ihr Geist zur Ruhe, während Ihr Körper gleichzeitig einiges an Arbeit leistet.

Die Infrarotstrahlen dringen tief in Ihren Körper ein und erzeugen ein Gefühl wohliger Wärme von Innen heraus. Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen der klassischen Sauna und Infrarotkabine: Bei der Sauna wirkt die Hitze nur von außen auf den Körper, bei der Infrarotkabine dringen die Infrarotstrahlen tief in die verschiedenen Hautschichten ein und können dort Ihre körperliche Gesundheit stärken.

Das offensichtlichste Ergebnis einer Sitzung in der Infrarotkabine: Sie schwitzen und Ihr Körper fühlt sich danach angenehm entspannt an, ein wenig wie nach einem Workout. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere angenehme Auswirkungen auf Ihre Gesundheit. Mit regelmäßiger Infrarottherapie tun Sie beispielsweise Ihrer Haut, Ihren Muskeln und Ihren Gelenken etwas Gutes.

Doch was passiert eigentlich mit Gehirn und Psyche bei einer Sitzung in der Infrarotkabine?

Was beim Saunieren im Gehirn passiert

Die Kombination aus Hitze und Infrarotstrahlung hat vielfältige Auswirkungen auf Ihren Körper und Ihr Gehirn. Wenn wir uns die Wirkung auf die Psyche ansehen, dann wird diese vor allen Dingen durch die Ausschüttungen von bestimmten Hormonen und Neurotransmittern (Botenstoffen des Gehirns) bewirkt. Diese wirken dann auf unsere Stimmung.

Zusätzlich wird auch unser Stresslevel gesenkt und die daraus resultierende Entspannung hat ebenso einen wichtigen Effekt.

Wie die Infrarotsauna Ihre psychische Gesundheit unterstützen kann

Die positive Wirkung auf die Psyche kommt beim Saunieren nicht nur durch eine konkrete Veränderung im Körper zustande. Es ist viel mehr dieser "Cocktail" an förderlichen Hormonen und Neurotransmittern kombiniert mit dem Saunaerlebnis an sich, das für die positiven Effekte auf unsere Psyche verantwortlich ist.

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Stimmungsaufheller: In der Infrarotsauna werden Endorphine ausgeschüttet

Vielleicht haben Sie schon einmal erlebt, wie anders Ihre Stimmung nach einer Sitzung in der Infrarotsauna war. Manchmal fühlt man sich nach einer Sitzung geradezu euphorisch. Dafür gibt es auch einen guten Grund.

Die Infrarotstrahlung und die Hitze sorgen dafür, dass unser Körper Endorphine ausschüttet. Das führt zu Glücksgefühlen und kann manchmal fast wie ein Rausch wirken. Stellen Sie es sich vor wie ein "Runner's High" nach dem Joggen.1 Dieser Effekt macht fast etwas “high” und das Gefühl von Euphorie oder Optimismus macht sich schnell breit.

Die Endorphine werden ausgeschüttet, da unser Körper auf die Hitze reagiert.2

Das bewirkt sogar mehr als nur die kurzfristigen Glücksgefühle nach der Sitzung in der Infrarotkabine. Eine Studie fand heraus, dass unsere Stimmung nach bereits einer einzelnen Sitzung bis zu sechs Wochen erhöht sein kann.3

Es ist also nicht überraschend, dass die Infrarotsauna auch weitere Effekte auf die Stimmung und die Psyche hat.4

Niedrigerer Stresslevel, Entspannung und erholsamen Schlaf

Nach einer Sitzung in der Infrarotkabine fühlen sich die meisten Menschen tiefenentspannt. Eine Infrarotsauna ist ein wenig wie ein Spa in Ihrem Zuhause, das Sie jederzeit besuchen können.

Dieser entspannende Effekt kommt unter anderem davon, dass die Hitze in der Infrarotsauna dabei hilft, Stress zu reduzieren. Konkret verringert sie die Menge des Stresshormons Cortisol in unserem Blut.5

Da Stress bei einer Vielzahl von körperlichen und psychischen Erkrankungen eine Rolle spielt, können Sie sich vorstellen, dass dies wie eine Art genereller Schutzpuffer wirkt.

Zusätzlich helfen Infrarotstrahler auch, das autonome Nervensystem zu beruhigen, indem der Parasympathikus aktiviert wird. Dies ist förderlich für Verdauung und die Selbstheilung des Körpers.6,7

Auch guter Schlaf ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren für unsere psychische Gesundheit. Hierbei ist besonders der Tiefschlaf entscheidend. Regelmäßige Besuche in der Infrarotsauna führen zu tieferem und sehr erholsamem Schlaf.8

Infrarotkabine bei Depressionen und Angstzuständen

In Deutschland leiden 5-6 Millionen Erwachsene an einer Depression.9

Eine Infrarotkabine kann dabei helfen, depressive Symptome zu lindern. In einer Studie von Clemens W. Janssen und Kollegen kam heraus, dass bei Patienten mit einer schweren Depression bereits ein Gang in die Infrarotsauna einen großen Effekt hatte: Die depressiven Symptome verringerten sich um etwa 50%. Das ist besonders bei einer schweren Depression ein beachtlicher Erfolg! Dieser Effekt hält dabei zusätzlich noch bis zu sechs Wochen an.10 Auch bei Angststörungen, auch Generalized Anxiety genannt, kann die Infrarotsauna helfen und die Symptomatik reduzieren.11

BDNF: Verringertes Risiko für psychische Erkrankungen

Es gibt bestimmte Schutzfaktoren, die unser allgemeines Risiko für psychische Erkrankungen lindern können (z.B. soziale Unterstützung, genügend Schlaf, ...). Ein solcher Schutzfaktor ist das Wachstumshormon BDNF (Brain-Derived-Neurotrophic-Factor).12

BDNF ist ein natürliches Hormon, dass unsere Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn beschützt und sie bei der Regeneration unterstützt. Zu wenig BDNF kann unser Risiko für psychische Erkrankungen steigern.13

Die gute Nachricht ist, dass Saunieren in der Infrarotkabine unseren BDNF-Spiegel erhöhen kann.14

Dies ist eine weitere Möglichkeit, wie die Infrarotsauna auch bei Depressionen und Angstzuständen helfen kann, da BDNF auch hier eine Rolle spielt.15

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)

Auch beim Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) kann die Infrarotsauna helfen. Hierbei fühlen sich Betroffene chronisch abgeschlagen und erschöpft, was auch zu Konzentrations- und Schlafproblemen sowie vielen weiteren Belastungen führen kann.

Zum Glück kann die Infrarotkabine hierbei unterstützen. Es wurde gezeigt, dass regelmäßige Gänge in die Infrarotsauna die Erschöpfung reduzieren können und auch den Schlaf sowie chronische Schmerzen verringern können.16,17,18

Verbesserte Konzentration und verringerte Symptome von ADHS

Wussten Sie, dass die Infrarotsauna sich auch positiv auf Ihre Produktivität auswirken kann? Verantwortlich dafür ist die erhöhte Ausschüttung von Norepinephrin bzw. Noradrenalin. Das ist ein Botenstoff unseres Gehirns, der für gute Konzentration und die Fähigkeit, sich zu Fokussieren wichtig ist.

Das spielt natürlich für die Produktivität von jedermann eine Rolle. Besonders wichtig ist Noradrenalin allerdings für Menschen mit ADHS. Da es hier mehr Konzentrationsschwierigkeiten gibt, kann die Ausschüttung von Noradrenalin einen positiven Effekt haben. Sie wird daher als eine wichtige Therapiemöglichkeit für ADHS gehalten. Dies ist erfreulich, da nicht alle Menschen mit ADHS gut auf Ihre Medikamente reagieren und es mit der Infrarotsauna eine natürliche Behandlung gibt, die ohne Nebenwirkungen auskommt.19

Fazit: Der wohltuende Effekt der Infrarotsauna

Die Infrarottherapie ist nicht nur für den Körper gut. Auch die Psyche profitiert von der Hitzebehandlung und der medizinischen Wirkung von Infrarotstrahlung.

Besonders schön daran ist, dass eine Infrarottherapie rundum nur positive Wirkungen mit sich bringt. Anders als bei Psychopharmaka (die natürlich einen Sinn und Nutzen haben) müssen wir uns keine Sorgen über eventuelle Nebenwirkungen machen.

Quellen

  1.  Kukkonen-Harjula K, Kauppinen K. How the sauna affects the endocrine system. Ann Clin Res. 1988;20(4):262-6. PMID: 3218898.

  2.  Vescovi PP, Coiro V. Hyperthermia and endorphins. Biomed Pharmacother. 1993;47(8):301-4. doi: 10.1016/0753-3322(93)90078-y. PMID: 8061252.

  3.  Janssen, C. W., Lowry, C. A., Mehl, M. R., Allen, J. J. B., Kelly, K. L., Gartner, D. E., Raison, C. L. (2016). Whole-Body Hyperthermia for the Treatment of Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry, 73(8), 789–795. https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2016.1031.

  4.  Xin L, Geller EB, Adler MW. Body temperature and analgesic effects of selective mu and kappa opioid receptor agonists microdialyzed into rat brain. J Pharmacol Exp Ther. 1997 Apr;281(1):499-507. PMID: 9103537.

  5.  Leppäluoto J, Huttunen P, Hirvonen J, Väänänen A, Tuominen M, Vuori J. Endocrine effects of repeated sauna bathing. Acta Physiol Scand. 1986 Nov;128(3):467-70. doi: 10.1111/j.1748-1716.1986.tb08000.x. PMID: 3788622.

  6. Dr. Lawrence Wilson: Why does the Near Infrared Lamp Sauna Have an Extremely Parasympathetic (Healing) Effect?

  7. Hussain JN, Greaves RF, Cohen MM. A hot topic for health: Results of the Global Sauna Survey. Complement Ther Med. 2019 Jun;44:223-234. doi: 10.1016/j.ctim.2019.03.012. Epub 2019 Apr 24. PMID: 31126560.

  8. Urponen H, Vuori I, Hasan J, Partinen M. Self-evaluations of factors promoting and disturbing sleep: an epidemiological survey in Finland. Soc Sci Med. 1988;26(4):443-50. doi: 10.1016/0277-9536(88)90313-9. PMID: 3363395.

  9. Robert Koch-Institut (2010). Depressive Erkrankungen Heft 51 (Gesundheitsberichterstattung - Themenhefte).

  10. Janssen, C. W., Lowry, C. A., Mehl, M. R., Allen, J. J. B., Kelly, K. L., Gartner, D. E., Raison, C. L. (2016). Whole-Body Hyperthermia for the Treatment of Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry, 73(8), 789–795. https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2016.1031.

  11. Ashley E. Mason, Sarah M. Fisher, Anoushka Chowdhary, Ekaterina Guvva, Danou Veasna, Erin Floyd, Sean B. Fender & Charles Raison (2021) Feasibility and acceptability of a Whole-Body hyperthermia (WBH) protocol, International Journal of Hyperthermia, 38:1, 1529-1535, DOI: 10.1080/02656736.2021.1991010

  12. Binder, D. K., & Scharfman, H. E. (2004). Brain-derived neurotrophic factor. Growth factors (Chur, Switzerland), 22(3), 123–131. https://doi.org/10.1080/08977190410001723308.

  13. Eiji Shimizu, Kenji Hashimoto, Naoe Okamura, Kaori Koike, Naoya Komatsu, Chikara Kumakiri, Michiko Nakazato, Hiroyuki Watanabe, Naoyuki Shinoda, Sin-ichi Okada, Masaomi Iyo, Alterations of serum levels of brain-derived neurotrophic factor (BDNF) in depressed patients with or without antidepressants.

  14. Binder, D. K., & Scharfman, H. E. (2004). Brain-derived neurotrophic factor. Growth factors (Chur, Switzerland), 22(3), 123–131. https://doi.org/10.1080/08977190410001723308.

  15. Duclot F, Kabbaj M. Epigenetic mechanisms underlying the role of brain-derived neurotrophic factor in depression and response to antidepressants. J Exp Biol. 2015 Jan 1;218(Pt 1):21-31. doi: 10.1242/jeb.107086. PMID: 25568448; PMCID: PMC4286703.

  16. Soejima Y, Munemoto T, Masuda A, Uwatoko Y, Miyata M, Tei C. Effects of Waon therapy on chronic fatigue syndrome: a pilot study. Intern Med. 2015;54(3):333-8. doi: 10.2169/internalmedicine.54.3042. PMID: 25748743.

  17. Masuda A, Kihara T, Fukudome T, Shinsato T, Minagoe S, Tei C. The effects of repeated thermal therapy for two patients with chronic fatigue syndrome. J Psychosom Res. 2005 Apr;58(4):383-7. doi: 10.1016/j.jpsychores.2004.11.005. PMID: 15992574.

  18. Masuda A, Munemoto T, Tei C. [A new treatment: thermal therapy for chronic fatigue syndrome]. Nihon Rinsho. 2007 Jun;65(6):1093-8. Japanese. PMID: 17561703.

  19. Wigal SB, Nemet D, Swanson JM, Regino R, Trampush J, Ziegler MG, Cooper DM. Catecholamine response to exercise in children with attention deficit hyperactivity disorder. Pediatr Res. 2003 May;53(5):756-61. doi: 10.1203/01.PDR.0000061750.71168.23. Epub 2003 Mar 5. PMID: 12621106. 

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